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Was kostet AutoCAD? Der Preis 2026 und die ehrliche Rechnung

Technische Bauzeichnung als Illustration zu den Kosten von AutoCAD

2.166 € pro Jahr, für einen Benutzer. So viel verlangt Autodesk für AutoCAD als Einzelprodukt, nachgesehen am 8. August 2026 auf der deutschen Seite des Herstellers. Das ist die kurze Antwort, und sie ist unvollständig. Auf die Frage, was kostet AutoCAD, gibt es nämlich drei Antworten, und die messen drei verschiedene Dinge.

Die erste ist der Listenpreis, den Sie gerade gelesen haben. Die zweite ist der Preis pro Jahr, in dem Sie das Programm wirklich benutzen, und der sieht über fünf Jahre anders aus als über zwölf Monate. Die dritte ist der Preis des Weges, den Sie eigentlich brauchen. Wer mit mehreren Autodesk-Programmen arbeitet, stellt mit der Frage nach dem AutoCAD-Einzelpreis bereits die falsche Frage.

Eines vorweg, weil daran die meisten Budgets scheitern: Autodesk rechnet pro Benutzer, nicht pro Rechner. In der Kaufleiste steht wörtlich „für 1 Benutzer“. Zwei Kollegen, die sich abwechselnd an denselben Arbeitsplatz setzen, brauchen zwei Lizenzen. Eine Person mit Notebook und Workstation im Büro braucht eine.

Was kostet AutoCAD bei Autodesk selbst?

Den Einzelpreis für AutoCAD veröffentlicht Autodesk an einer Stelle, an der man ihn nicht zuerst sucht: in der Vergleichstabelle auf der Seite der Architecture, Engineering & Construction Collection. Die Zeile heißt dort „Einzelpreis“ und stellt drei Produkte der Sammlung nebeneinander. Stand 8. August 2026:

ProduktEinzeln pro Jahr
AutoCAD2.166 €
Revit3.106 €
Forma Site Design726 €
Summe einzeln5.998 €
AEC Collection3.797 €
Listenpreise von Autodesk für Deutschland, pro Benutzer und Jahr bei jährlicher Zahlung. Abgerufen am 8. August 2026 auf der Collection-Seite von Autodesk. Beim Sammlungsbetrag schreibt Autodesk selbst „inkl. geschätzte MwSt.“ dazu.

Mir fällt an dieser Tabelle etwas auf, das mit AutoCAD nur indirekt zu tun hat. Die drei Einzelpreise ergeben zusammen 5.998 €. Sieben Euro unter der runden Zahl. Wer Preise macht, macht so etwas nicht aus Versehen. Die Zeile steht ohnehin nicht da, um Ihnen den AutoCAD-Preis zu verraten, sondern damit der Betrag darunter kleiner wirkt.

Die Rechnung geht auf: 5.998 € minus 3.797 € sind genau die 2.201 €, die Autodesk als Ersparnis ausweist. Nur steckt in der Summe Forma Site Design für 726 € im Jahr, und das ist kein Programm, das ein Zeichner oder ein Tragwerksplaner täglich öffnet. Lässt man die Zeile weg und vergleicht das, was in einem deutschen Planungsbüro wirklich läuft, dann stehen 5.272 € für AutoCAD und Revit gegen 3.797 € für die Sammlung. Der Vorteil schrumpft auf 1.475 € im Jahr. Die Sammlung gewinnt weiterhin, nur eben nicht so deutlich, wie es die Kaufleiste nahelegt.

Was kostet AutoCAD im Monat?

Ich nenne hier keinen Monatsbetrag für AutoCAD, und der Grund ist unspektakulär: Autodesk zeigt auf diesen Seiten keinen. Ein Monatsbetrag erscheint dort nur in der Kaufleiste der Sammlung, und der stand am 8. August 2026 „317 €/Monat“ neben „3.797 €/Jahr für 1 Benutzer (jährliche Zahlung)“. Rechnen Sie 317 € mal zwölf, landen Sie bei 3.804 €, also sieben Euro über dem Jahresbetrag. Das sieht nach einer gerundeten Anzeige aus und nicht nach einem zweiten Tarif. Für AutoCAD einzeln fehlt diese Anzeige ganz. Also lasse ich sie weg. Eine geschätzte Zahl, die jemand ungeprüft in ein Angebot übernimmt, richtet mehr Schaden an als eine Lücke.

Rechnet Autodesk pro Benutzer oder pro Rechner?

Pro Benutzer. Der Betrag steht mit dem Zusatz „für 1 Benutzer“ in der Kaufleiste, und das hat handfeste Folgen für die Planung. Wer im Homeoffice am Notebook und im Büro an der Workstation arbeitet, benötigt trotzdem nur eine Lizenz. Ein Zeichenplatz dagegen, an dem sich vormittags eine Werkstudentin und nachmittags ein Techniker abwechseln, kostet zweimal. Genau hier verrechnen sich Büros regelmäßig, weil sie in Arbeitsplätzen denken statt in Personen.

Miete oder Anschaffung: die Rechnung über drei und fünf Jahre

Ein Abonnement hört auf zu funktionieren, wenn Sie aufhören zu zahlen. Was Sie überweisen, ist Miete, auch wenn wir alle davon sprechen, AutoCAD zu kaufen. Autodesk bietet AutoCAD heute ausschließlich im Abonnement an; eine Kaufversion mit dauerhaftem Nutzungsrecht gibt es dort nicht mehr. Die Frage nach der Anschaffung ist damit keine Frage mehr an den Hersteller, sondern eine an den Zweitmarkt.

Die folgende Tabelle ist in der Autodesk-Spalte meine eigene Multiplikation des Jahresbetrags, bei gleichbleibendem Preis. Autodesk passt seine Beträge an, die echte Rechnung wird in fünf Jahren also anders aussehen. Trotzdem ist das die Größenordnung, mit der Sie planen müssen.

ZeitraumAutodesk, eigene HochrechnungÜber LiconoDifferenz
1 Jahr2.166 €69,95 €2.096,05 €
3 Jahre6.498 €129,95 €6.368,05 €
5 Jahre10.830 €269,85 €10.560,15 €
Autodesk-Spalte: eigene Multiplikation des Einzelpreises von 2.166 € pro Jahr (Autodesk, abgerufen am 8. August 2026) bei gleichbleibendem Preis. Licono-Spalte: unsere Preise vom 8. August 2026, ein Jahr 69,95 €, drei Jahre 129,95 €; die Fünfjahreszeile ist eine Dreijahreslizenz plus zwei einzelne Jahre.

Zwei Sätze zur Ehrlichkeit gehören dazu. Erstens laufen auch unsere Lizenzen über einen Zeitraum, ein Jahr oder drei Jahre, und danach entscheiden Sie neu. Wir verkaufen keine ewige Lizenz und behaupten das an keiner Stelle. Zweitens gibt es die Fünfjahreszeile bei uns nicht als Produkt; sie ist zusammengesetzt. Ich habe sie trotzdem hingeschrieben, weil fünf Jahre ungefähr der Zeitraum sind, über den ein Büro seine Werkzeuge plant, und weil die Frage „was kostet AutoCAD“ in dieser Länge eine ganz andere Antwort bekommt als für zwölf Monate.

AutoCAD Preis privat: warum es für Privatpersonen keinen eigenen Tarif gibt

„AutoCAD Preis privat“ gehört zu den häufigsten deutschen Suchanfragen rund um dieses Programm, und die Antwort enttäuscht zuverlässig: Einen solchen Tarif gibt es nicht. Die Preisliste von Autodesk kennt Produkte und Benutzer, aber keine Rechtsform. Ob hinter dem Benutzer ein Ingenieurbüro mit vierzig Leuten steht oder jemand, der am Küchentisch den Dachausbau zeichnet, ändert am Betrag nichts.

Das ist keine Schikane, sondern eine Folge davon, wie lizenziert wird. Der Preis hängt am benannten Benutzer, nicht am Verwendungszweck. Ein Privattarif müsste an eine Prüfung geknüpft sein, wer privat ist und wer das nur behauptet, und diese Prüfung will kein Hersteller führen, weil sie teuer ist und sich umgehen lässt. Autodesk hat statt dessen zwei Nebenwege gebaut, einen für Ausbildung und einen zum Ausprobieren. Beide sind zeitlich oder im Zweck begrenzt und lösen das Problem des Hobbyanwenders nur selten. Was sie taugen und wo die Grenzen liegen, steht in unserem Text darüber, ob AutoCAD kostenlos zu bekommen ist.

Für die Privatperson bleibt also dieselbe Rechnung wie für das Büro, nur ohne die Firma, die sie bezahlt. Deshalb landen Hobbyanwender und Selbstständige mit einem einzelnen Zeichenplatz bei uns. Nicht weil sie weniger Software brauchen, sondern weil dieselbe Software für sie anders finanziert werden muss.

Lohnt sich AutoCAD für Hobbyanwender überhaupt?

Ehrliche Antwort: oft nicht. Wer zu Hause einen Grundriss zeichnet, Unterlagen für den Carport vorbereitet oder ein Möbelstück konstruiert, braucht in erster Linie ein Programm, das DWG sauber lesen und schreiben kann. AutoCAD kann das am besten, weil das Format aus diesem Haus stammt. Es ist aber nicht das einzige Programm, das damit umgeht. Wenn Ihnen der Architekt eine DWG schickt und Sie darin drei Wände verschieben wollen, ist ein Vollabonnement zum Listenpreis eine merkwürdige Antwort auf ein kleines Problem.

Zwei Fragen, die vor dem Preisvergleich kommen. Erstens: Muss es AutoCAD sein, oder reicht ein Programm mit DWG als Hausformat? Das haben wir in unserem Vergleich von BricsCAD und AutoCAD auseinandergenommen. Zweitens: Arbeiten Sie überhaupt in Richtung Gebäudemodell, dann zeichnen Sie womöglich im falschen Werkzeug. Diese Abgrenzung klärt der Text darüber, ob Sie AutoCAD oder Revit brauchen.

Was kostet AutoCAD LT?

Diese Frage steht in den deutschen Suchvorschlägen fast so weit oben wie die nach dem großen AutoCAD, und ich beantworte sie hier bewusst ohne Zahl. Ich habe den LT-Preis am 8. August 2026 nicht selbst bestätigt bekommen, und einen Betrag zu schätzen, den jemand anschließend in eine Kalkulation überträgt, halte ich für unseriös. Was sich sagen lässt, ist der Unterschied. LT ist die 2D-Variante. Die Vollversion zeichnet 2D, modelliert zusätzlich in 3D, bringt die fachspezifischen Toolsets mit und lässt sich automatisieren.

Damit ist die Entscheidung kein Preisvergleich, sondern eine Bestandsaufnahme. Haben Sie in den vergangenen zwei Jahren nie ein 3D-Volumen erzeugt, nie eine Toolset-Bibliothek geöffnet und nie ein Skript laufen lassen, ist die Frage nach LT berechtigt. Haben Sie eines dieser drei Dinge getan, erledigt sie sich von selbst, und zwar unabhängig davon, welcher Betrag am Ende auf der Rechnung steht.

Zehn Arbeitsplätze: hier wird die Frage richtig teuer

Bei einem Benutzer geht es um gut zweitausend Euro im Jahr. Bei zehn geht es um eine Entscheidung, die ein Büro über Jahre trägt. Nehmen wir ein Planungsbüro mit zehn Arbeitsplätzen. Drei Personen modellieren in Revit und zeichnen daneben in AutoCAD, die anderen sieben öffnen ausschließlich AutoCAD. Drei Einkaufswege, gerechnet mit den Listenpreisen von Autodesk:

EinkaufswegPro Jahr
Alle zehn bekommen die AEC Collection37.970 €
Alles einzeln: dreimal Revit mit AutoCAD, siebenmal AutoCAD30.978 €
Gemischt: die Sammlung für die drei, AutoCAD für die übrigen sieben26.553 €
Eigene Berechnung mit den Listenpreisen von Autodesk vom 8. August 2026: AEC Collection 3.797 €, Revit 3.106 €, AutoCAD 2.166 € pro Benutzer und Jahr.

Zwischen dem bequemsten und dem genauesten Weg liegen 11.417 € im Jahr. Das sind rechnerisch drei Sammlungen, vergeben an Leute, die sie nicht öffnen. Der Nachmittag, den jemand damit verbringt, pro Person aufzuschreiben, welche Programme tatsächlich gestartet werden, ist damit der am besten bezahlte Nachmittag des Jahres. Bei den Listenpreisen von Autodesk ist diese Fleißarbeit Pflicht.

Ob die Sammlung für die drei schweren Anwender die richtige Wahl ist, hängt an einer einzigen Größe, nämlich der Zahl der Programme pro Person. Für die Budgetplanung in Kurzform: Bei den Listenpreisen kippt es ab zwei Programmen zugunsten der Sammlung, bei einem einzigen Programm ist sie immer die teurere Variante. Die vollständige Rechnung mit allen Kippunkten steht in unserem Vergleich von Revit einzeln gegen die AEC Collection.

Bei uns heißt das Gegenstück Alle Apps. Es ist nicht dieselbe Zusammenstellung wie die AEC Collection, sondern die breitere Variante, in der neben den Bautiteln auch Inventor, Maya und Fusion stecken. Für die Rechnung ist das eher günstig als ungünstig, aber es gehört dazugesagt, bevor jemand die beiden Namen gleichsetzt.

Warum eine gebrauchte AutoCAD-Lizenz überhaupt erlaubt ist

Diese Frage kommt in jedem zweiten Gespräch, und sie ist berechtigt. Wer 2.166 € gewohnt ist, wird bei einem Bruchteil davon misstrauisch, und dieses Misstrauen ist gesund. Die Antwort ist ein Urteil: Gerichtshof der Europäischen Union, UsedSoft GmbH gegen Oracle International Corp., Rechtssache C-128/11, Urteil vom 3. Juli 2012.

Der Gerichtshof entschied, dass sich das Verbreitungsrecht des Herstellers erschöpft, sobald eine Programmkopie mit seiner Zustimmung erstmals im Europäischen Wirtschaftsraum verkauft wurde. Dieser Erschöpfungsgrundsatz gilt ausdrücklich auch für heruntergeladene Software und nicht nur für Programme auf einem Datenträger. Der Ersterwerber muss seine eigene Kopie beim Weiterverkauf unbrauchbar machen; nur dann ist der Weiterverkauf zulässig.

Der Fall ist übrigens ein deutscher. UsedSoft ist eine deutsche GmbH, und der Streit lief durch die deutschen Instanzen, bevor er in Luxemburg entschieden wurde. Dass ausgerechnet hierzulande bei gebrauchten Lizenzen immer noch der Verdacht einer Grauzone mitschwingt, ist von daher fast komisch. Wie das in der Praxis abläuft und welche Nachweise Sie sich geben lassen sollten, steht in unserem Text zum EuGH-Urteil über gebrauchte Software.

Wann unser Weg nicht zu Ihnen passt

Kein Weg passt zu jedem, und ein Text, der das behauptet, ist Werbung. Diese vier Fälle sprechen gegen uns. Es sind dieselben, wegen derer wir am Telefon gelegentlich abraten.

  • Sie wollen jedes Jahr automatisch die neueste Version samt Unterstützung durch Autodesk selbst. Dann kaufen Sie beim Hersteller, und zwar ohne schlechtes Gewissen. Der Aufpreis ist genau das, wofür er da ist.
  • Ihr Auftraggeber verlangt einen Vertrag direkt beim Hersteller. Das kommt bei öffentlichen Vergaben und in Konzernstrukturen vor. Diskutieren Sie darüber nicht, sondern liefern Sie, was in den Unterlagen steht.
  • Sie brauchen eine Netzwerklizenz oder eine spezialisierte Toolset-Konstellation, die wir nicht liefern. Fragen Sie das vorher ab, statt hinterher festzustellen, dass die Fachschale nicht startet.
  • Ihr Team muss exakt auf derselben Version und demselben Aktualisierungsstand laufen. Einheitlichkeit über zehn Arbeitsplätze ist manchmal mehr wert als der Preisunterschied, besonders mitten in einem Projekt.

Der dritte Punkt ist der, den Anrufer am häufigsten unterschätzen. In deutschen Büros hängt an AutoCAD selten nur AutoCAD, sondern eine Fachschale für Tiefbau, Elektroplanung oder Vermessung, und die schreibt die Version vor. Klären Sie diese Abhängigkeit, bevor Sie über den Preis reden. Sie entscheidet die Frage nämlich häufig ganz allein.

Was Sie vor der Bestellung wirklich prüfen sollten

Der Preis ist der letzte Schritt, nicht der erste. Vier Punkte, die zusammen keine halbe Stunde brauchen und die trotzdem fast niemand abarbeitet:

  1. Notieren Sie pro Person, welche Autodesk-Programme in den letzten drei Monaten tatsächlich gestartet wurden. Nicht, was installiert ist, und nicht, was nächstes Jahr vielleicht gebraucht wird.
  2. Prüfen Sie, welche DWG-Version Ihre Auftraggeber verlangen. Wer ohnehin in einem älteren Format abgibt, braucht nicht zwingend die jüngste Ausgabe.
  3. Legen Sie die Laufzeit fest, bevor Sie Preise vergleichen. Ein Jahr, das Sie halb nutzen, ist teurer als drei Jahre, die Sie voll nutzen.
  4. Setzen Sie sich vier Wochen vor dem Ablauf eine Erinnerung in den Kalender, mit dem Ablaufdatum im Betreff.

Der letzte Punkt hat mit Preisen nichts zu tun und kostet trotzdem regelmäßig das meiste Geld. Lizenzen laufen nicht dann ab, wenn es gerade passt, sondern in der Woche vor einer Abgabe. Wer das einmal erlebt hat, behandelt die Verlängerung wie einen Termin und nicht wie eine Rechnung.

Und wenn Sie gerade mitten in einem laufenden Abonnement beim Hersteller stecken: Wechseln Sie nicht mittendrin. Bezahlte Monate verfallen, und der Umstieg spart Ihnen im laufenden Zeitraum nichts. Schreiben Sie sich das Ablaufdatum auf, rechnen Sie vier Wochen vorher mit den Zahlen aus diesem Text noch einmal nach, und entscheiden Sie dann in Ruhe. Der Betrag, um den es geht, läuft Ihnen nicht weg.

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